Sengende Sonne und flirrender Wüstensand. Mitten in Köln? Ja, denn es ist Gamesday im Gürzenich! Auf dem Spieltisch breitet sich eine liebevoll gestaltete Miniatur-Stadt auf der Wüstenwelt Talos aus und wer ganz genau hinhört kann leise den ehrfürchtigen Jubel fremdartiger Stimmen auf den Straßen hören: Die Tau-Feuerkrieger begrüßen die feierliche Prozession zweier Himmlischer in der gerade eroberten Stadt. Für das höhere Wohl des Sternenreiches.
Vielleicht sind die Wachtposten draußen am Energiezaun deshalb abgelenkt oder sie sind einfach nur müde von den vorangegangenen schweren Kämpfen. Jedenfalls sehen sie die huschenden Schatten zwischen den Dünen im gelben Sand zu spät. Alarm! Wie das trockene Bellen von Schakalen ertönen die Entladungen der Laserkarabiner von den angreifenden Tallarner in der heißen Luft (alles Modell-Umbauten von Forgeworld). Operation “Komet” zur Rückeroberung der Stadt hat begonnen. Die Sirenen der nichtmenschlichen Besatzer heulen jetzt schrill und die ersten Tau-Trupps hasten zu den improvisierten Verteidungspositionen in den Ruinen. Schon donnern die Hufe der mutig vorwärts stürmenden Rauhreiter des Imperiums durch die hohlen Gassen der zerstörten Häuser: Direkt auf die Prozession der Tau-Anführer zu!

Auf die Wüstenreitertruppe der Tallarner ist Games Workshop Mitarbeiter Werner aus Wien - in roter Spielleiter-Kluft – besonders stolz. “Schau! Heuer Pferde statt Panzer, die habe ich selbst bemalt. Mit Waldelfenmäntelchen schau’n sie recht gut aus.” Einer der imperialen Spieler am Tisch - nicht älter als 14 Jahre – schaut unsicher auf seine winzigen Soldaten-Figuren. Werner springt ihm sofort aufmerksam zur Seite: “Herr Kommandant! Der Vindicare-Assasine hier in der Stadt kann sich diese Runde noch bewegen: Der macht mächtig Schaden im Nahkampf. Und das in den hinteren Linien des Feindes!” Zögern beim jungen General: Oder lieber zuerst die übergelaufene Kroot-Söldner auf die taktisch wichtige Funkanlage der Tau vorrücken lassen? Würfel klappern über Wüstensand aus Gips. Die imperialen Truppen versuchen das Generatorhaus für den Energierzaun zu sprengen.

Wie ich später erfahren werde leider vergeblich, da die Plasmapistole beim ersten Versuch überhitzte und zusammen mit dem einzigen Sprengsatz des Angreifer-Trupps zu früh explodierte. Doch vorerst bleibt das Würfelglück dem Imperium treu: Es gelingen auf Anhieb drei Reserve-Würfe auf +4. Die als Verstärkung für das Imperium anrückenden Inquiositionstruppen können den Vorstoß jedoch vorerst nicht entscheidend voranbringen: Alle Angreifer stauen sich am noch intakten Energiezaun. Von den wenigen versprengten Space Marines hinter den Linien in der Tau-Stadt ganz zu schweigen. Das ist eine gefährliche Lage für die Angreifer: Denn die Taukrieger können mit ihrer vernichtenden Feuerkraft nur im Nahkampf bezwungen werden.

Werner glaubt, die imperiale Seite hat den Überraschungsmoment im Szenario nicht gut genutzt und bei der Angriffsplanung zu überstürzt gehandelt. Er schüttelt still den Kopf. Dann grinst er doch breit: Spaß haben sie heute alle! Die Mannschaft des GW-Ladens aus Österreich hat sich wirklich Mühe gegeben. Wie fast alle Teams in der Spielhalle. Ein fantastischer Spieltisch, eine gute Story und ein anspruchsvolles Szenario begeistern in zwei Durchläufern viele junge Fans. Es ist Gamesday. Was sonst!